7 wichtige Punkte für den PKV-Vergleich:

Es ist sehr sinnvoll, dass Sie private Krankenversicherungen vergleichen wollen. Dies wird Ihnen Vorteile verschiedener Art bringen, und in der Regel geht es ja um eine Entscheidung von langfristiger Bedeutung.

Sie neigen vielleicht dazu, sich nach veröffentlichten Vergleichen umzusehen, wie z.B. in Finanztest, Euro, Capital etc.- Diese sind zu einer grundlegenden Orientierung geeignet. Jedoch können diese persönliche Schwerpunkte nur unvollkommen berücksichtigen. Sobald Sie sich für andere Selbstbeteiligungen, besonders hohen Zahnschutz oder sonstige besondere Leistungen interessieren, nutzt Ihnen eine solche Tabelle (mit vielen Fußnoten) nicht wirklich. Nach einer Orientierung auf dem Markt sind daher individuell für Sie erstellte Vergleiche der richtige Weg.

Hier folgen die wichtigsten Punkte für PKV-Vergleiche. Sie finden anschließend Daten darüber, wie allgemeine Vergleiche in die Irre führen können.  (Seite 5).

1. Lassen Sie sich einen Vergleich nach Ihren persönlichen Kriterien erstellen.

Welche Leistungen werden Sie am ehesten beanspruchen? Was ändert sich daran in späteren Jahren?

2. Wenn Sie Vergleiche aus verschiedenen Quellen anfordern, verwenden Sie die gleichen Kriterien. Bestehen Sie darauf, dass diese eingehalten werden.

3. Erstellen Sie die Kriterien und Vorgaben zweckmäßig, und nach Ihren Wünschen.

Anregungen aus Fachartikeln können dabei helfen; oder Sie klären das mit einem Berater Ihrer Wahl. Wenn die Vorgaben ungenau sind, sind passende Angebote schwerlich zu bekommen. Sind die Vorgaben andererseits zu speziell, oder allzu umfangreich, sodass sie schwer zu erfüllen sind, bleiben kaum noch Angebote übrig. Das ist auch nicht hilfreich.

Beispiel für hochwertige Vorgaben, wie sie für einen Angestellten passen könnten:

Maximal 350,- Euro Selbstbeteiligung; gute Leistungen für Heilpraktiker; 100 % Leistung für Medikamente; 100 % Leistung für Physiotherapie (manuelle Therapie); Leistungen bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung; Besuch direkt bei Fachärzten soll möglich sein; im Krankenhaus 2-Bett-Zimmer mit Chefarzt (bei geringer Differenz auch 1-Bett-Zimmer); mindestens 75 % Leistung für Zahnersatz; keine zu lange geltende Begrenzung für Zahnersatz; Tagegeld von 120,- Euro pro Tag, beginnend nach 6 Wochen. Zusätzliche Beitragssenkung im Alter in Höhe von X Euro monatlich (mind. 100,- Euro).

Beispielhafte Vorgaben für einen Vergleich mit besonders sparsamen Tarifen:

Selbstbeteiligung von bis zu 1.200,- Euro jährlich; es können auch Tarife mit Hausarztprinzip sein (ehe man zu Fachärzten geht) ; Leistung für Medikamente, Physiotherapie und Heilpraktiker dürfen gemindert sein; allgemeine Klasse im Krankenhaus (wie in der GKV) genügt; die Leistungen im Zahnersatz können auch geringer sein (wie längere Zahnstaffel, niedrigerer Prozentsatz der Leistung); kein Tagegeld, oder z.B. nur 50,- Euro täglich nach 4 Wochen, oder 6 Wochen. Eine Option für spätere Verbesserungen.

4. Sofern Sie Wert darauf legen, nur Angebote dauerhaft geeigneter Versicherer zu erhalten, so machen Sie das deutlich, und verlangen Erläuterungen, warum die angebotenen Versicherer sich auch aus dieser Sicht eignen.

5. Wenn es Ihnen nur um das sogenannte beste Beitrags-/Leistungsver-hältnis geht, oder um schlicht die günstigsten Angebote, machen Sie das auch deutlich. Das bedeutet nicht unbedingt, starr dabei zu bleiben, wenn entsprechende, nachvollziehbare Argumente zur Änderung Ihrer Meinung führen.

6. Lernen Sie aus den Angeboten. Wenn Sie aus erhaltenen Angeboten weitere Kriterien erkennen, die für Sie auch wichtig sind, fordern Sie ggf. weitere Angebote an, welche diese ebenfalls berücksichtigen.

7. Fordern Sie Vergleiche von verhältnismäßig „unabhängigen“ Vermittlern bzw. Beratern an - wie Versicherungsmakler oder Mehrfachagenten, die mit zahlreichen Krankenversicherungen arbeiten.

Solche brauchen Ihnen keinen bestimmten Versicherer aufzudrängen, wie das bei einem Vertreter einer einzelnen Gesellschaft der Fall sein dürfte. Jener kann Ihnen ja gar nichts Anderes bieten, und weiß unter Umständen vom Markt auch nicht so viel.

Längere Markterfahrung und Spezialisierung (auf die PKV) sind dabei von besonderem Nutzen. Die Qualität der Beratung hängt stark davon ab.

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