Ist eine Private Krankenversicherung für Beamte & Beamtenanwärter sinnvoll?

Beamte haben Anspruch auf die Beihilfe ihres Dienstherren. Sie erhalten einen feststehenden Prozentsatz der Kosten für die Gesundheitsversorgung von der Beihilfestelle ersetzt. Normalerweise sind das 50 %. Wer verbeamtet ist, muss nur den verbleibenden Kostenanteil des Krankheitsrisikos tragen. Das entspricht sozusagen dem Arbeitnehmeranteil im Vergleich zu einem Angestellten, wobei die PKV dabei meist günstiger kommt als ein tatsächlicher Arbeitnehmeranteil.

Auf diesen Seiten erklären wir, warum Beamte eine Private Krankenversicherung wählen sollten. PKV und Beihilfe zusammen haben sehr viel bessere Leistung, als die gesetzliche Kasse. Ein freiwilliger Verbleib in der GKV ist fast immer auch aus Kostengründen unsinnig, weil ein Beamter dann keinen Arbeitgeberanteil erhalten kann, und den vollen Beitrag allein zahlen muss. 50 %-Tarife gibt es in der GKV nicht.

Wer erhält Beihilfe?

Die Leistungen der Beihilfe sollten zusammen mit der passenden PKV eine vollständige Absicherung ergeben. Besonderheiten wie Beihilfeeinschränkungen sollten entsprechend berücksichtigt werden, z.B. durch Zusatzbausteine, welche diese Einschränkungen egalisieren – das natürlich in Abhängigkeit vom gewünschten Versicherungsschutz. Nicht alle Versicherer haben passende Zusätze im Angebot, sodass dies auch einen Einfluss auf die Wahl des Versicherers hat. Krankentagegeld brauchen Beamte nicht abzudecken.

Prozentsatz der Beihilfe-Leistung in Hamburg

Die Beihilfe Hamburg hängt vom Dienstherrn ab. Der Wohnsitz allein ist nicht entscheidend. Es könnte z.B. auch die Beihilfe Bund zuständig sein.

Leistung

Beihilfeberechtigte ohne oder bis zu 1 Kind:   

50 %

Beihilfeberechtigte mit 2 oder mehr Kindern:

70 %

Ehegatte bzw. eingetragener Lebenspartner:

70 %

Versorgungsempfänger (Pensionäre):

70 %

Kinder bis max. 25 Jahre:   

80 %

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Hansestadt Hamburg

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist als Stadtstaat eine Kommune und zugleich ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Hamburg ist mit 1,77 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands.

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Ärztliche Behandlung bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte.
Heilpraktiker nur bis zum Mindestsatz der Gebührenordnung für Heilpraktiker, dabei maximal bis zum 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte.

Zusatzleistung der PKV für Heilpraktiker wäre zu wünschen.

Es werden nur verordnungsfähige Medikamente übernommen, bis zum GKV-Festbetrag. Kürzung um 10 %, mindestens aber 5,- Euro, maximal 10,- Euro.  

Leistung für Gläser gemäß Indikation. Keine Leistung für Brillenfassung.

Zusatzleistung der PKV für Sehhilfenträger ist daher wichtig.

Geschlossener Hilfsmittelkatalog (nur aufgeführte Hilfsmittel), nur angemessene Sätze, wie z.B. 733,- Euro für ein Hörgerät pro Ohr. 

Heilkuren werden nur für aktive Beamte übernommen. Zuschuss für die Unterbringung von 16,- Euro pro Tag. Sanatoriumsbehandlungen werden bis zum niedrigsten Satz der jeweiligen Einrichtung übernommen, bei medizinischer Notwendigkeit. Reha-Maßnahmen werden alle 4 Jahre und maximal bis 21 Tage übernommen.

Kurzusatzleistungen von der PKV wären wünschenswert.

Bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Zahnärzte. Die Material- und Laborkosten bei Zahnersatz und Zahnbehandlung werden nur zu 60 % anerkannt. Auch Edelmetall und Keramik. Implantate werden maximal 2 pro Kiefer erstattet. Kieferorthopädie wird, außer in extremen Fällen, nur übernommen, wenn die Behandlung vor Abschluss des 18.Lebensjahres begonnen wird.

Anmerkung: Die Material- und Laborkosten können bis zur Hälfte einer Zahnrechnung ausmachen. Entsprechend groß ist die Lücke.

Aufbesserung durch PKV stark empfohlen.

 

Für Beamtenanwärter/innen gilt für Zahnersatz incl. Inlays folgende Ausnahme:
Es gibt während der Ausbildung keinen Beihilfeanspruch, außer infolge Unfalles.

Daher sollte die Leistung der PKV diese Lücke idealerweise auffangen.

Die Beihilfe übernimmt nur die Regelleistungen im Krankenhaus, also keine bessere Unterbringung oder Chefarztbehandlung. 

Legt man Wert auf die Wahlleistungen im Krankenhaus, ist dafür ein 100 %-iger Ergänzungstarif nötig, wie z.B. für einen gesetzlich Versicherten.

Es gilt eine Kostendämpfungspauchale von 25,- bis 500,- Euro, je nach Besoldungsgruppe.

Der Ehegatte ist beihilfeberechtigt, wenn sein Einkommen nicht über 18.000,- Euro jährlich beträgt ( 2 Jahre zuvor).

Die PKV sollte also den passenden Prozentsatz absichern, bei Bedarf auch mit Wahlleistungen im Krankenhaus, mindestens die Schwächen der Beihilfe im Bereich Zahnersatz und Sehhilfen auffangen, und ggf. auch bei Heilpraktikerbehandlung. Eine zusätzliche Kurleistung wäre ebenfalls gut, wird allerdings nicht allgemein angeboten.