Ist eine Private Krankenversicherung für Beamte & Beamtenanwärter sinnvoll?

Beamte haben Anspruch auf die Beihilfe ihres Dienstherren. Sie erhalten einen feststehenden Prozentsatz der Kosten für die Gesundheitsversorgung von der Beihilfestelle ersetzt. Normalerweise sind das 50 %. Wer verbeamtet ist, muss nur den verbleibenden Kostenanteil des Krankheitsrisikos tragen. Das entspricht sozusagen dem Arbeitnehmeranteil im Vergleich zu einem Angestellten, wobei die PKV dabei meist günstiger kommt als ein tatsächlicher Arbeitnehmeranteil.

Auf diesen Seiten erklären wir, warum Beamte eine Private Krankenversicherung wählen sollten. PKV und Beihilfe zusammen haben sehr viel bessere Leistung, als die gesetzliche Kasse. Ein freiwilliger Verbleib in der GKV ist fast immer auch aus Kostengründen unsinnig, weil ein Beamter dann keinen Arbeitgeberanteil erhalten kann, und den vollen Beitrag allein zahlen muss. 50 %-Tarife gibt es in der GKV nicht.

Wer erhält Beihilfe?

Thüringen

Der Freistaat Thüringen gehört mit 2,2 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 16.000 km² zu den kleineren Ländern der Bundesrepublik. Thüringen weist eine hohe Dichte an Kulturstätten von nationalem und internationalem Rang auf.

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Die Leistungen der Beihilfe sollten zusammen mit der passenden PKV eine vollständige Absicherung ergeben. Besonderheiten wie Beihilfeeinschränkungen sollten entsprechend berücksichtigt werden, z.B. durch Zusatzbausteine, welche diese Einschränkungen egalisieren – das natürlich in Abhängigkeit vom gewünschten Versicherungsschutz. Nicht alle Versicherer haben passende Zusätze im Angebot, sodass dies auch einen Einfluss auf die Wahl des Versicherers hat. Krankentagegeld brauchen Beamte nicht abzudecken.

Prozentsatz der Beihilfe-Leistung in Thüringen

Die Beihilfe Thüringen hängt vom Dienstherrn ab. Der Wohnsitz allein ist nicht entscheidend. Es könnte z.B. auch die Beihilfe Bund zuständig sein.

Leistung

Beihilfeberechtigte ohne oder bis zu 1 Kind:   

50 %

Beihilfeberechtigte mit 2 oder mehr Kindern:

70 %

Ehegatte bzw. eingetragener Lebenspartner:

70 %

Versorgungsempfänger (Pensionäre):

70 %

Kinder bis max. 25 Jahre:   

80 %

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Ärztliche Behandlung bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte.
Heilpraktiker nach Mindestsatz des Gebührenverzeichnisses  für Heilpraktiker, maximal bis 2,3-fach nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Zusatzleistung der PKV wäre zu wünschen, da dies nur ca. 50 % des Rechnungsbetrags sein dürften.

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Es werden nur verordnungsfähige Medikamente übernommen, bis zum GKV-Festbetrag. Kürzung um 10 %, mindestens aber 5,- Euro, maximal 10,- Euro.  

Keine Leistung für Erwachsene.

Zusatzleistung der PKV für Sehhilfenträger ist daher wichtig.

Geschlossener Hilfsmittelkatalog (nur aufgeführte Hilfsmittel), nur angemessene Sätze, wie z.B. 1.500,- Euro für ein Hörgerät pro Ohr. Kürzung um je 10 %, mindestens aber 5,- Euro, maximal 10,- Euro.

Heilkuren werden nur für Beihilfeberechtigte im aktiven Dienst übernommen. Zuschuss für die Unterbringung von 16,- Euro pro Tag. Sanatoriumsbehandlungen  werden bis zum niedrigsten Satz der jeweiligen Einrichtung übernommen, abzüglich 10,- Euro pro Tag. Bei medizinischer Notwendigkeit. Reha-Maßnahmen alle 4 Jahre, maximal 21 Tage.

Kurzusatzleistungen von der PKV wären wünschenswert.

Bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Zahnärzte. Die Material- und Laborkosten bei Zahnersatz werden nur zu 40 % anerkannt. Auch Edelmetall und Keramik. Implantate werden maximal 2 pro Kiefer erstattet. Kieferorthopädie wird, außer in extremen Fällen, nur übernommen, wenn die Behandlung vor Abschluss des 18. Lebensjahres begonnen wird.

Anmerkung: Die Material- und Laborkosten können bis zur Hälfte einer Zahnrechnung ausmachen. Entsprechend groß ist die Lücke.

Aufbesserung durch PKV stark empfohlen.

 

Für Beamtenanwärter/innen gilt für Zahnersatz incl. Inlays folgende Ausnahme:
Es gibt während der Ausbildung keinen Beihilfeanspruch, außer infolge Unfalles.

Daher sollte die Leistung der PKV diese Lücke idealerweise auffangen.

Die Beihilfe übernimmt auch die Wahlleistungen im Krankenhaus, also auch 2-Bett-Zimmer und Chefarzt. Bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte. Dann müssen jedoch 32,50 Euro pro Krankenhaustag selbst getragen werden. Bei lediglich Regelleistungen im Krankenhaus, wie einem gesetzlich Versicherten, gibt es keine eigene Zuzahlung.

Es ist sinnvoll, die Zuzahlung durch ein möglichst in dieser Höhe liegendes Krankenhaus-Tagegeld aufzufangen (30,- bis 35,- Euro pro Tag).

Der Ehegatte ist beihilfeberechtigt, wenn sein Einkommen nicht über 18.000,- Euro jährlich beträgt (entweder im aktuellen Jahr, oder 2 Jahre zuvor).

 

Die PKV sollte also den passenden Prozentsatz absichern, bei Bedarf auch mit Wahlleistungen im Krankenhaus, mit 10,- Euro Krankenhaus-Tagegeld, mindestens die Schwächen der Beihilfe im Bereich Zahnersatz und Sehhilfen auffangen, und ggf. auch bei Heilpraktikerbehandlung. Eine zusätzliche Kurleistung wäre ebenfalls gut, wird allerdings nicht allgemein angeboten.