Ist eine Private Krankenversicherung für Beamte & Beamtenanwärter sinnvoll?

Beamte haben Anspruch auf die Beihilfe ihres Dienstherren. Sie erhalten einen feststehenden Prozentsatz der Kosten für die Gesundheitsversorgung von der Beihilfestelle ersetzt. Normalerweise sind das 50 %. Wer verbeamtet ist, muss nur den verbleibenden Kostenanteil des Krankheitsrisikos tragen. Das entspricht sozusagen dem Arbeitnehmeranteil im Vergleich zu einem Angestellten, wobei die PKV dabei meist günstiger kommt als ein tatsächlicher Arbeitnehmeranteil.

Auf diesen Seiten erklären wir, warum Beamte eine Private Krankenversicherung wählen sollten. PKV und Beihilfe zusammen haben sehr viel bessere Leistung, als die gesetzliche Kasse. Ein freiwilliger Verbleib in der GKV ist fast immer auch aus Kostengründen unsinnig, weil ein Beamter dann keinen Arbeitgeberanteil erhalten kann, und den vollen Beitrag allein zahlen muss. 50 %-Tarife gibt es in der GKV nicht.

Wer erhält Beihilfe?

Bundesrepublik Deutschland

Deutschland ist ein föderal verfasster Staat, der (seit der Wiedervereinigung 1990) aus den 16 deutschen Ländern gebildet wird. Die Bundesrepublik ist ein freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat. Mit rund 82 Millionen Einwohnern zählt es zu den dicht besiedelten Flächenstaaten.

Deutschland ist Gründungsmitglied der Europäischen Union , ist deren bevölkerungs- reichstes Land, und bildet mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten eine Währungsunion, die Eurozone. Es ist Mitglied der UN, der OECD, der NATO, der G7 und der G20. Die Bundesrepublik gilt als politisch einfluss- reicher Staat Europas und ist ein gesuchtes Partnerland auf globaler Ebene. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland die größte Volkswirtschaft Europas und die viertgrößte der Welt.

Die Leistungen der Beihilfe sollten zusammen mit der passenden PKV eine vollständige Absicherung ergeben. Besonderheiten wie Beihilfeeinschränkungen sollten entsprechend berücksichtigt werden, z.B. durch Zusatzbausteine, welche diese Einschränkungen egalisieren – das natürlich in Abhängigkeit vom gewünschten Versicherungsschutz. Nicht alle Versicherer haben passende Zusätze im Angebot, sodass dies auch einen Einfluss auf die Wahl des Versicherers hat. Krankentagegeld brauchen Beamte nicht abzudecken.

Prozentsatz der Leistung nach der Beihilfe Bund

Wer für eine Bundeseinrichtung tätig ist, und für seine beihilfeberechtigten Familienmitglieder, für den ist die Beihilfe Bund zuständig. Bei Soldaten, die freie Heilfürsorge haben, gilt für Frau und Kinder auch die Beihilfe Bund.

Leistung

Beihilfeberechtigte ohne oder bis zu 1 Kind:   

50 %

Beihilfeberechtigte mit 2 oder mehr Kindern:

70 %

Ehegatte bzw. eingetragener Lebenspartner:

70 %

Versorgungsempfänger (Pensionäre):

70 %

Kinder bis max. 25 Jahre:   

80 %

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Ärztliche Behandlung bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte.
Heilpraktiker bis zum Höchstsatz, der mit den Heilpraktikerverbänden vereinbart wurde.

Zusatzleistung für Heilpraktiker wäre zu wünschen.

 

Es werden nur verordnungsfähige Medikamente übernommen, bis zum GKV-Festbetrag. Kürzung um 10 %, mindestens aber 5,- Euro, maximal 10,- Euro.  

Keine Leistung für Erwachsene.

Zusatzleistung der PKV für Sehhilfenträger ist eher wichtig.

Geschlossener Hilfsmittelkatalog (nur aufgeführte Hilfsmittel), nur angemessene Sätze, wie z.B. 1.500,- Euro für ein Hörgerät pro Ohr.

Heilkuren werden nur für aktive Beamte übernommen. Zuschuss für die Unterbringung von 16,- Euro pro Tag. Sanatoriumsbehandlungen  werden bis zum niedrigsten Satz der jeweiligen Einrichtung übernommen, bei medizinischer Notwendigkeit. Kürzung um10,- Euro pro Tag. Bei Reha-Maßnahmen werden alle 4 Jahre und für maximal 21 Tage geleistet.

Kurzusatzleistungen von der PKV wären wünschenswert.

Bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Zahnärzte. Die Material- und Laborkosten bei Zahnersatz werden nur zu 40 % anerkannt. Auch Edelmetall und Keramik. Implantate werden maximal 2 pro Kiefer erstattet, in 5 bestimmten Fällen auch 4. Kieferorthopädie wird, außer in extremen Fällen, nur übernommen, wenn die Behandlung vor Abschluss des 18.Lebensjahres begonnen wird.

Anmerkung: Die Material- und Laborkosten können bis zur Hälfte einer Zahnrechnung ausmachen. Entsprechend groß ist die Lücke.

Aufbesserung durch PKV stark empfohlen.

 

Für Beamtenanwärter/innen gilt für Zahnersatz incl. Inlays folgende Ausnahme:
Es gibt während der Ausbildung keinen Beihilfeanspruch, außer infolge Unfalles.

Daher sollte die Leistung der PKV diese Lücke idealerweise auffangen.

Die Beihilfe übernimmt auch die Wahlleistungen im Krankenhaus, also auch 2-Bett- Zimmer und Chefarzt. Bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte. Dann müssen jedoch 24,50 Euro pro Krankenhaustag selbst getragen werden. Bei lediglich Regelleistungen im Krankenhaus, wie einem gesetzlich Versicherten, sind es nur 10,- Euro eigene Zuzahlung.

Es ist sinnvoll, die Zuzahlung durch ein möglichst in dieser Höhe liegendes Krankenhaus-Tagegeld aufzufangen ( 25,- Euro pro Tag).

Der Ehegatte ist beihilfeberechtigt, wenn sein Einkommen nicht über 17.000,- Euro jährlich beträgt (2 Jahre zuvor).

Die PKV sollte also den passenden Prozentsatz absichern, üblicherweise mit 2-Bett- Zimmer (oder auch 1-Bett- Zimmer), mit einem passenden Krankenhaus-Tagegeld, und mindestens die Schwächen der Beihilfe im Bereich Zahnersatz und Sehhilfen auffangen, und ggf. auch bei Heilpraktikerbehandlung. Eine zusätzliche Kurleistung wäre ebenfalls gut, wird allerdings in der PKV nicht allgemein angeboten.