Das Wesentliche zur PKV

Am Wichtigsten ist zunächst: Wer kommt grundsätzlich (nach Gesetz) für die Private Krankenversicherung in Frage, als Vollversicherung, anstelle der gesetzlichen Krankenkasse?

Das sind alle Selbständigen, unabhängig von deren Einkommen.

Alle Angestellten, die über der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltsgrenze) liegen. Diese Grenze liegt für 2016 bei 56.250,- Euro Brutto jährlich. Dabei zählt nur das regelmäßig zustehende Arbeitsentgelt.

Alle Beamte, einschließlich Beamtenanwärter, unabhängig vom Einkommen, oder andere beihilfeberechtigte Personen, wie z.B. die Familienangehörigen von Beamten, oder auch von Soldaten. Trifft auch für Beamte im Ruhestand sowie deren Familienangehörige zu. Bei Familienangehörigen gelten bestimmte niedrige Einkommensgrenzen.

Familienangehörige insbesondere von Selbständigen, die nicht mehr gesetzlich pflichtversichert oder familienversichert sind. Diese laufen dann als freiwilliges Mitglied der GKV (gesetzlichen Kasse). Das sind häufig Kinder, die dann einen relevanten eigenen Beitrag in der GKV zahlen müssen. Oder Hausfrauen/Hausmänner, die kein Einkommen erzielen, oder nur im Rahmen von Minijobs arbeiten (derzeit bis 450,- Euro brutto monatlich).

Studenten, die sich von der Versicherungspflicht haben befreien lassen, oder die mit 25 Jahren aus der Pflichtmitgliedschaft der GKV ausscheiden. Sie können dann freiwillig in der GKV sein, aber auch die PKV wählen, für den Rest des Studiums.

Wann lohnt sich die PKV finanziell?
Darüber hinaus ist natürlich die Frage, in welchen Fällen sich die PKV rechnet.

Sehr grundlegend spielt das Eintrittsalter in die PKV eine größere Rolle, und unter Umständen auch die gesundheitlichen Verhältnisse. Ist das Alter zu hoch, und/oder die Gesundheitsverhältnisse bringen erhöhte Beiträge mit sich, muss man genau rechnen.

Selbständige mit noch zu geringen Einkommen sind mitunter in der GKV günstiger versichert. Das gilt besonders, wenn Familienangehörige nicht berufstätig sind, oder nur mit Minijobs. Denn diese sind dann in der GKV kostenlos mitversichert, würden aber in der PKV eigenen Beitrag zahlen.

Freiwillig versicherte Angestellte, deren Ehegatte kein Einkommen (oder Minijob) haben, sind in der GKV meist auch günstiger dran. Angestellte mit mehreren Kindern sind in der Regel in der GKV auch günstiger versichert. Wobei man jeweils zeitlich absehbare Änderungen mit in Betracht ziehen sollte. Wie z.B. Berufstätigkeit von Frau oder Kindern, Beginn eines Studiums, Ende der Elternzeit. Wenn beide Ehegatten verdienen, und dies auf absehbare Zeit auch so bleibt (abgesehen vielleicht von einer Babypause), passt die PKV gewöhnlich sehr gut. Ein hinzukommendes Kind ist rechnerisch auch noch kein Problem.

Bei Beamten rechnet sich die PKV so gut wie immer. Auch eine nicht berufstätige Frau, oder ein nicht berufstätiger Mann, sowie mehrere Kinder sind hier kaum ein Hinderungsgrund. Das hat damit zu tun, dass die Höhe der Beihilfe abhängig vom Familienstand steigt. Dadurch brauchen Ehegatten meist nur noch 30 % der Kosten privat abzusichern, und  Kinder meist nur 20 %. Ab 2 Kindern geht auch die eigene Beihilfe des Beamten auf 70 % (statt 50 %) hoch. Das macht es entsprechend günstig. Besondere Regelungen, je nach Bundesland, sind zu berücksichtigen.