Die Beitragsersparnis bei einer PKV ist in der Suche und in der Beratung seit einigen Jahren gegenüber den Leistungen immer mehr in den Vordergrund gerückt. Angesichts allgemein steigender Kostenbelastungen ist diese Entwicklung zwar begreiflich, aber dennoch nicht wirklich wünschenswert. Da die PKV-Unternehmen ja neue Kunden wollen, haben sich einige Versicherer besonders darauf eingestellt. Sie versuchten, so günstig wie möglich zu sein. Die Folge waren zahlreiche „Einsteiger-Tarife“ mit stark kassenähnlichen Leistungen, mitunter sogar weniger als das.

Dies wurde dann in den Medien angegriffen, und es hieß, dass die PKV nicht einmal die Kassenstandards erfüllen. Damit verwirke die PKV im Grunde ihre Daseinsberechtigung. Die Politik verlangte nach Mindeststandards. Bestimmte, große Versicherer nahmen ihre „zu billigen“ Tarife daraufhin vom Markt. Und der PKV-Verband empfahl im Zusammenhang mit den Unisex-Tarifen Leistungsverbesserungen, um Schwächen bestimmter Tarife gegenüber der GKV zu beseitigen. Die meisten Versicherer haben sich dieser Empfehlung angeschlossen.

Man darf sich nicht wundern, wenn der Markt versucht, den „Billig-Wunsch“ der Kunden zu erfüllen. Wie kann man das erreichen? Nur durch weniger Leistungen. Dadurch kamen sehr viele Versicherer mit den Tarifen an den Markt, die das einschränkende Hausarzt-Prinzip haben (auch Primärarzt-Tarife genannt). Auch andere Kürzungen ließ man sich einfallen, wie z.B. keine oder wenig Psychotherapie (was dann mit den Unisex-Tarifen wieder beseitigt wurde). Viele der typischen, bekannten Stärken der PKV blieben so zwangsläufig auf der Strecke.

Kein Versicherer kann günstig sein, und dabei dennoch gute Leistungen liefern. Selbst wenn man es täte, dann nur für kurze Zeit, bis dann die Beiträge explodieren. So unverantwortlich ist jedoch keiner. Also kommt es dazu, dass man z.B. nur 60 % Zahnersatz hat, langjährige Begrenzung für Zahnersatz, keine oder stark begrenzte Leistungen für Implantate, keine Wahlleistungen im Krankenhaus, keine oder geringe Leistung beim Heilpraktiker, zu hohe Selbstbeteiligungen, unerwartete Zuzahlungen (weil der Tarif nicht bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung leistet) und dergleichen.

Leider sind die meisten Abschlüsse in der Branche die abgespeckten Tarife, weil scheinbar Sparen das Entscheidende ist, und die Leistungen als zu nebensächlich angesehen werden. Da hat man zwar die Vollkaskoversicherung für das Auto, aber einen weit darunterliegenden Schutz für den menschlichen Körper. Das kann nicht sinnvoll sein. Was man merkt, wenn man Leistungen braucht. Nur ist es dann zu spät; nicht nur für den aktuellen Leistungsfall, sondern oft auch für die Aufwertung für die Zukunft.

Für die gesamte PKV ergeben sich durch diese Entwicklung deutliche Wettbewerbsnachteile gegenüber der GKV, denn viele mögliche Vorteile sind in den Spartarifen wirklich nicht mehr da. Der Politik stellt sich dann die Frage, ob die PKV überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat, wenn sich die Leistungen kaum noch von der GKV unterscheiden. So kann man den Ruf der PKV ruinieren.

Im Zusammenhang mit den neuen Unisex-Tarifen sind die ganzen schwachen Leistungen verschwunden. Die Versicherer hatten die Wahl, ob sie völlig neue Tarife gestalten (was einige auch getan haben), oder ob sie die gut laufenden Tarife einfach auf die Unisex-Welt umkalkulieren. Auch dies ist geschehen. Dazu kam die Empfehlung des PKV-Verbands, wonach die Leistungen für Hilfsmittel, Psychotherapie und Entwöhnungsmaßnahmen verbessert werden sollten. Die Nachfolge-Modelle der früheren Billig-Tarife besitzen fast alle diese Leistungspluspunkte. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Zum Leidwesen der Schnäppchenjäger in der PKV (sowohl Kunden als auch Berater) gibt es dadurch die ganz billigen Tarife nicht mehr.

Eigentlich ist das ein Argument, doch gleich die etwas besseren Tarife nehmen, die auch für die Zukunft tauglich sind.

Bei Bedarf kann man im Rahmen der jetzigen Tarife immer seinen Schwerpunkt in Richtung auf günstig legen, statt gute Leistungen bei akzeptablen Beiträgen zu wählen. Bei neu Selbständigen, die Ihre Existenzgrundlage erst noch aufbauen müssen, ist das ja auch berechtigt. Wenn es einem besser geht, sollte man mehr in Richtung Qualität gehen. Man kann sich z.B. Tarife mit guten Umstellungsoptionen sichern, was diese Taktik unterstützt. Denn früher oder später wird man von den knappen Leistungen getroffen.

In dieser Vorgehensweise lässt man sich am besten von Profis helfen. Sie haben für ihre Beratung mindestens ein professionelles Vergleichsprogramm zur Verfügung. So kann man den realistischen Beitragsvergleich und den Leistungsvergleich machen. Verbraucher können sich, wenn sie wollen, grob über den Markt orientieren, indem sie einen Online-Rechner nutzen, wo man selbst zumindest Beiträge durchspielen kann. Das kann ein paar Ansatzpunkte bringen, die man dann in die Beratung des Fachmanns einbringen kann. Daraus allein die richtige Lösung zu finden, ist unwahrscheinlich. Da fehlen einfach zu viele Daten, sowohl in der Leistung, als auch (erst recht) in der Einschätzung des Unternehmens an sich. Die Wirtschaftskraft der Unternehmen spielt nun mal eine große Rolle, besonders auf Dauer gesehen. Ein purer Beitragsvergleich kann den Kunden nicht glücklich machen, oder nur für begrenzte Zeit. Planen Sie lieber auch für die Zukunft.

Insgesamt es ist natürlich erforderlich, den so erhaltenen Vergleichen auch genügend Aufmerksamkeit zu widmen, um sie auswerten zu können.

Allzu viele Vergleiche erschweren das sicherlich. Der Ehrgeiz, den gesamten Markt auszuwerten, wäre dabei übertrieben. Selbstverständlich sollte eine gewisse Auswahl an Gesellschaften vorhanden sein.

Ich helfe Ihnen dabei gerne. 29 Jahre konzentrierte Erfahrung in der PKV sprechen für sich.

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