Die Grundproblematik bleibt – welche Kriterien, mit welchem Verhältnis ist zu werten? Man muss auch irgendeine, sinnvoll erscheinende Altersgruppe nehmen. In diese passt der einzelne Interessent vielleicht, oder auch nicht. Die verschiedenen Magazine, Fachzeitschriften und Illustrierten bedienen sich bei Vergleichen letzten Endes einer Kooperation mit einem professionellen Vergleichsprogramm, wie z.B. Morgen und Morgen, Softfair, KvPro etc.- Das wird dann auch korrekt erwähnt. So entsteht dann ein Vergleich, dessen Kriterien nicht unbedingt jeder kritischen Betrachtung standhalten. Nicht, dass wir hier unterstellen wollen, die Auswertung wäre unredlich, oder gar wissentlich verfälschend. Aber es gibt nun mal nur eine endliche Liste von Kriterien, die berücksichtigt werden können. Und diese müssen dann auch nach Gewicht eingeteilt werden. Wirklich objektive Kriterien gibt es dabei nicht, bzw. nur wenige.

Kriterien für übliche veröffentlichte Vergleiche: Im Leistungsbereich hat man die Höhe der Selbstbeteiligung, die irgendwie zu definieren ist. Wenn die Spanne festgelegt ist, die man in Betracht ziehen will, ist es dann eine objektive Größe. Dann nimmt man meistens 2-Bett-Zimmer mit Chefarzt mit rein. Nur gibt es Versicherer, bei denen 1- und 2-Bett-Zimmer zusammen kalkuliert wurden, sodass es hier schon wieder Unterschiede gibt. Nicht jeder Interessent legt auf diese Wahlleistungen wert. So einen Vergleich findet der Interessent dann kaum, wo nur die allgemeine Klasse („Mehrbettzimmer“) enthalten ist. Meist wird mindestens 75 % Zahnersatz als Bedingung gesetzt. Das ist kein großes Problem. Es gibt aber auch Tarife mit 80 % (sehr viele), und einige wenige mit 85 oder sogar 90 %. Die besonders hohen Erstattungen fallen aus den Vergleichen raus, oder man findet eine Fülle von Fußnoten, die auf Besonderheiten hinweisen. Für Angestellte kann man dann noch ein einigermaßen sinnvolles Tagegeld reinnehmen, nach 6 Wochen. Wer aber ein besonders hohes Einkommen hat, und es auch absichern will, findet seine Bedürfnisse in einem solchen Vergleich nicht komplett berücksichtigt. Die Versicherer sind auch unterschiedlich günstig oder teuer im Tagegeld, sodass allein dadurch schon relevante Unterschiede im Beitrag entstehen können. Wenn man aber einen Vergleich für Selbständige machen will, ist das Tagegeld kaum sinnvoll zu berücksichtigen. Es gibt ja unterschiedliche Leistungsbeginne (auch Karenzzeit genannt), die jeder für sich selbst als passend entscheiden muss, und die Höhe des Tagegelds muss zu sehr unterschiedlichen Bedürfnissen passen.

Da einfach zu sagen: Nehmen wir eben ein Tagegeld von 80,- Euro nach 4 Wochen als Beispiel“ ist reine Willkür. Viele Selbständige nehmen gar kein Tagegeld, Andere haben darin hohe Leistungsansprüche.

Jeglicher allgemeiner Vergleich nach Leistungen kann daher bestenfalls zu einer allgemeinen Orientierung verhelfen. Die Ergebnisse sind oft sehr unterschiedlich. Nur dann, wenn man den Markt über längere Zeit ausgewertet hat, und man erkennt, dass bestimmte Versicherer immer wieder hervorhebenswert abgeschnitten haben, hat man verlässliche Anhaltspunkte. Der normale Interessent ist dazu nicht in der Lage.

Die Vergleiche, die sich auf das Versicherungsunternehmen beziehen, Ihre Unternehmensdaten etc., also nicht deren einzelne Tarife, sind von besonderem Wert. Vorausgesetzt, es wird nach sinnvollen Unternehmensdaten geschaut, die besonders auf die Beitragsentwicklung Einfluss haben.

Sinnvoll sind eigentlich nur individuelle Vergleiche, die für den einzelnen Interessent erstellt wurden. Der Interessent weiß entweder bereits, auf welche Leistungen er Wert legt, oder er definiert diese zusammen mit einem Berater. Aus Sicht dieser Leistungskriterien und einem professionellen Vergleichsprogramm ist dann ein Vergleich möglich, der weitgehend passend sein wird. Sofern der Berater sein Handwerk versteht. Berater, die ihren Erfahrungsschwerpunkt nicht in der PKV haben, sind für PKV-Interessenten weniger geeignet. Die wichtigsten Unternehmensdaten sollten dabei ebenfalls berücksichtigt werden.

Ein geeignetes Vergleichsprogramm muss eine Vielzahl von Kriterien berücksichtigen, und viele davon selektierbar machen. Nur so ist es möglich, besondere Leistungswünsche, die der Interessent haben könnte, auch bei der Auswahl der Versicherer zu nutzen. Wenn der Berater mit den besonderen Stärken bestimmter Versicherer oder Tarife vertraut ist, umso besser.

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