Der größte grundlegende Vorteil der PKV besteht darin, unter vielen möglichen Punkten eine Wahl und Auswahl zu haben. So kann man wählen, auf welche Vorteile man Wert legt.

Ist Ihnen die beste Behandlung und Unterbringung im Krankenhaus wichtig? Dann können Sie das haben. Möchten Sie zu den besten Ärzten gehen, auch zu solchen, die nur Privatpatienten behandeln? Das ist selbstverständlich möglich. Sie wollen die bestmögliche Behandlung beim Zahnarzt, mit hochwertigem Material? Kein Problem. Sie legen Wert auf alternative Behandlungen, Naturheilverfahren, vielleicht auch den Heilpraktiker? Auch das ist möglich, ist nur eine Frage der passenden Auswahl.

Wenn Sie jedoch günstige Beiträge haben wollen, sind gleichzeitige Topleistungen nicht möglich. Sie können wiederum entscheiden, in welchen Bereichen Sie bereit sind, Kompromisse einzugehen, um den Beitrag zu senken. Oder was Ihnen tatsächlich unwichtig ist.

Ich kann Ihnen gerne helfen, einzuschätzen, was zu Ihren Bedürfnissen passt.

Die typischen Vorteile, die in den meisten Fällen verbleiben, sind:

Freie Wahl der Ärzte, Zahnärzte, allen anderen Behandlern, und der Krankenhäuser. Beste Leistungen im Krankenhaus, mit Unterbringung entweder im 1-Bett-Zimmer, oder im 2-Bett-Zimmer, mit Chefarzt- bzw. Wahlarztbehandlung. Üblicherweise schnellere Terminvergabe und kürzere Wartezeiten in der Praxis bzw. in der Klinik. Nutzung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die u.U. für Kassenpatienten gar nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Begrenzte Budgets der Arztpraxen schränken Sie in keiner Weise ein.  Beim Zahnarzt ist die Leistung meistens 100 % für Zahnbehandlung (auch für hochwertige Füllungen), und 75 bis 80 % Zahnersatz (bis zu 90 % sind erreichbar). Dies auf der Basis der Berechnung als Privatpatient. Gleiche Behandlung würde bei einem Kassenpatienten lediglich eine Leistung von 30 bis 40 % bei Zahnersatz ausmachen, da nur die kassenüblichen Leistungen auf der Grundlage von 50 bis maximal 65 % anerkannt werden. Kein Problem mit Festzuschüssen. Für Implantate (eingepflanzte Kunstzähne) und Inlays, sogenannten Teilkronen, leistet die gesetzliche Kasse besonders wenig. In der PKV gibt es dazu meist keine Einschränkung.

Tagegeld für den Verdienstausfall können Sie in der PKV weitgehend flexibel nach Bedarf vereinbaren, oder auch darauf verzichten. In der GKV ist das Tagegeld derzeit auf maximal rund 99,- Euro pro Tag begrenzt (abhängig von der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze).

Über eine sinnvoll gewählte Selbstbeteiligung können Sie den Beitrag senken. Wenn sie nicht überschritten wird, ohne Sie nur geringere Leistungen erhalten würden, ist die Beitragsrückerstattung bei Nichtbeanspruchung oft sehr attraktiv. Besonders für Arbeitnehmer, weil sie ja nur den halben Beitrag selbst zahlen, die Beitragsrückerstattung aber Ihnen allein gehört. So kann man sogar den eigenen Beitragsteil z.B. auf die Hälfte reduzieren.

Immer öfter besteht der Wunsch, sich vom Heilpraktiker oder von Ärzten für Naturheilverfahren behandeln zu lassen, was in der PKV hochwertig möglich ist. In der GKV werden Behandlungen und Verordnungen für Heilpraktiker gar nicht übernommen, und Naturheilverfahren durch Ärzte nur bedingt, je nach Methode.

Wer für die Beitragsentwicklung im Alter vorsorgen will, kann zusätzliche Tarife zur Beitragssenkung im Alter abschließen.

Ein weiterer wichtiger grundlegender Vorteil der PKV ist das andere Berechnungssystem. Der Beitrag wird abhängig vom Eintrittsalter und vom Versicherungsschutz gewählt, nicht abhängig vom Einkommen. Bei jüngeren Jahrgängen ist das sehr von Vorteil. Auch bildet die PKV im Unterschied zur GKV Alterungsrückstellungen für die einzelne Person, um die vom Alter abhängige höhere Kostenentwicklung in späteren Jahren auffangen zu können. Das hält die Beitragsentwicklung niedriger. Außerdem werden per Gesetz 10 % weitere Rückstellungen pro Person gebildet, die Beitragserhöhungen in hohem Alter verhindern können.

Leistungsvorteile gibt es in der GKV kaum. Kleinere denkbare Punkte sind umfassendere Leistungen für Psychotherapie, für Kuren, und Tagegeld, wenn man ein krankes Kind bis 12 Jahre betreuen muss, statt zur Arbeit zu gehen. Auf gute Leistungen bei Psychotherapie kann man ja achten, und es sind Kurzusatztarife möglich.

Ein wichtiger GKV-Vorteil ist jedoch der Familienbeitrag. Wenn die Frau (oder auch der Mann) keiner Berufstätigkeit nachgeht, oder nur bis 450,- Euro monatlich verdient, ist der Ehegatte kostenlos in der Familienversicherung enthalten. Dies gilt auch für Kinder. Wenn also die Frau nach der Geburt eines Kindes, bzw. mit mehreren vorhandenen Kindern, langfristig nicht berufstätig sein will, kann das ein Grund für den Ernährer sein, nicht in die PKV zu gehen. Die kostenlose Versicherung der Familienmitglieder gibt es in der PKV nicht.

Bleibt die Frau jedoch nur vorübergehend zuhause, entstehen Beitragsnachteile auch nur vorübergehend, und die PKV kann sich langfristig sehr wohl rechnen. Große Vorteile in jungen Jahren und nach Ende der Babypause wieder sind entscheidender.

In diesem Sinne sollte die Familienplanung berücksichtigt werden.

Dies gilt erst recht für Selbständige, bei denen die familiäre Situation vielleicht schon gegeben ist, und die in der GKV gegenwärtig auch nur geringeren Beitrag zahlen. Hier gibt es andererseits den Vorteil, dass vorhandene Kinder in der kostenlosen Familienversicherung des Ehegatten bleiben können, solange der Ernährer mit seinem Einkommen noch unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (derzeit 4.687,50 Euro brutto monatlich, bzw. 56.250,- Euro brutto jährlich).

Ansonsten ist man richtig beraten, wenn man sich an langfristig geeignete Versicherer hält. Dann wird man nicht von späteren, allzu heftigen Erhöhungen erwischt.

Manchmal ist es sinnvoll dass ein Selbständiger, der nur eine geringe Rente und auch nur geringe andere Einkünfte im Alter zu erwarten hat, in der GKV bleibt, weil dann im Rentenalter die GKV günstiger sein wird. Wer jedoch auch im Rentenalter ordentliche Einkünfte hat, müsste auch in der gesetzlichen Kasse ordentliche Beiträge zahlen.ullam imperdiet

Nach derzeitigem Stand kann man nur bis zum Alter von 54 Jahren in die GKV zurück, und auch nur dann, wenn man dann Pflichtversicherter in der GKV wäre. Das wollte der Gesetzgeber so haben.

Will man also gezielt in die GKV zurück, müsste sich ein bis dahin Selbständiger mit einem Gehalt unter der Pflichtgrenze anstellen lassen, und seine Selbständigkeit aufgeben. Ein Angestellter müsste seine Arbeitszeit reduzieren, um dadurch unter die Versicherungspflichtgrenze zu kommen.

Wenn sich diese Sachverhalte „ungesteuert“ ergeben, gilt selbstverständlich das Gleiche. Wichtig ist noch, dass die Pflichtmitgliedschaft in der GKV mindestens 1 Jahr anhalten muss. Erst dann wäre man berechtigt, auch in der Folge – dann freiwillig – in der GKV zu bleiben. Also auch als erneut Selbständiger oder erneut über der Pflichtgrenze liegend. Bei kürzerer Zeit muss man die GKV wieder verlassen, und gehört dann wieder in die PKV zurück.

Auch eine Arbeitslosigkeit (vor dem Alter von 55 Jahren) bringt einen in die GKV zurück. Kommt man aber anschließend wieder für die PKV in Frage, endet die GKV wieder. Außer 1 Jahr Pflichtmitgliedschaft in der GKV wäre erfüllt.

Einen auf absehbare Zeit bezahlbaren und günstigen Beitrag zu erhalten ist nicht schwierig, wenn das Eintrittsalter (bei Vertragsbeginn) eher niedrig ist. Durch entsprechend sparsame Gestaltung wird der Beitrag deutlich gesenkt, sodass der Wechsel auch im Alter von um die 50 Jahre noch denkbar ist.

Besonders günstig sind Tarife mit dem sogenannten Primärarztprinzip. Dies verlangt, dass normalerweise immer erst der Hausarzt (der kein Facharzt sein darf, sondern Allgemeinarzt) aufgesucht werden muss, ehe man Fachärzte heranzieht, und sich zu diesen überweisen lässt.

Da Fachärzte mehr berechnen, können die Beiträge dafür sparsamer kalkuliert werden. Ausgenommen von der Regelung sind Notfälle, Augenarzt, Frauenarzt, und Kinderarzt. In diesen Fällen kann man direkt hingehen. Der Zahnbereich ist von der Einschränkung sowieso nicht betroffen.

Auch ohne besonders hohe Selbstbeteiligung wird es so günstig. Achten muss man auf evtl. andere Einschränkungen (weniger Zahnersatz, keine/geringe Heilpraktikerleistung u.ä.).

Auch normale, gute Tarife können durch Selbstbeteiligungen wie um die 1.000,- Euro jährlich deutlich günstiger werden.

Legt man keinen Wert auf besonders hochwertige Behandlung im Krankenhaus, kann man dadurch ebenso den Beitrag deutlich senken. Dann ist man beim Arzt und Zahnarzt immer noch Privatpatient.

Wesentlich schwieriger ist es, den Beitrag auch langfristig bezahlbar zu halten. Es gibt nicht wenige Versicherer, die zwar stets einen günstigen neuen Tarif haben, aber in den älteren Tarifen stärkere Beitragserhöhungen haben. Eine fachmännische Auswertung bestimmter Unternehmensdaten kann wertvolle Anzeichen für eher stabile Beiträge ergeben. Es ist sehr ratsam, dies zusätzlich zum reinen Beitrags-/Leistungsverhältnis heranzuziehen. Niedrige interne Kosten (Abschlußkosten, Verwaltungskosten) und überdurchschnittliche Rückstellungen, durch die Beitragserhöhungen gemildert werden können, sind solche Anzeichen. Besonders, wenn sie nicht nur für wenige Jahre ausgewertet werden. Herausragend wäre es auch, wenn der Versicherer eher langfristig bei seinen Tarifen bleibt. Also nicht ständig neue Tarife herausgibt.

Solche Sichtweisen sind eine Spezialität von mir.

Das kann ein Hinderungsgrund sein. Es kommt jedoch auf die Gesamtbetrachtung der Situation an.

Zunächst: Ist es der Mann, oder die Frau, welche die PKV in Betracht zieht?

Geht es um die Frau, so kann man sagen, dass sie durchaus für einige Jahre den besseren Schutz  der PKV bei evtl. günstigerem Beitrag nutzen kann. Arbeitet sie dann mit Kind nur noch halbtags, wird sie im Allgemeinen unter die Versicherungspflichtgrenze fallen, und kommt in die gesetzliche Kasse zurück. Vielleicht wird die Vollversicherung zu einer Zusatzversicherung umgestaltet, um bestimmte Vorteile um Schutz zu behalten. Der Aspekt „es geht nicht mehr zurück“ ist damit jedenfalls erledigt.

Geht es um die mögliche PKV des Mannes, so sind Kinder (oder 1 Kind) nicht unbedingt das ausschlaggebende Hindernis. Es wird zwar ein zusätzlicher Kinderbeitrag zu berücksichtigen sein, aber solange man insgesamt nicht höher liegt, als der Höchstsatz der Kasse (bzw. bei Selbständigen der Beitrag, der bei der Kasse anfällt), geht das finanziell immer noch auf. Wichtiger ist es: Wird die Ehefrau in absehbarer Zeit wieder berufstätig sein? Nimmt sie also nur eine Babypause (z.B. im Rahmen der Elternzeit), wird dann aber wieder berufstätig (mit über 450,- Euro), dann passt die PKV für den Mann weiterhin. In der Elternzeit ist eine zuvor versicherungspflichtig tätige Frau ohnehin kostenlos in der gesetzlichen Kasse. Danach hat Sie wieder Ihren Arbeitgeberanteil. Also macht sich wirklich nur der Kinderbeitrag bemerkbar.

Selbst wenn die Babypause länger als die Elternzeit ist, ist das in dem Moment nicht schlimm, solange es sich um überschaubare Zeit (wie 1-3 Jahre) handelt. Dann fällt zwar ein „Hausfrauenbeitrag“ zusätzlich an, der dann aber wieder entfällt. Auf die Dauer gesehen kein Beinbruch, weil die Vorteile vorher und danach weit überwiegen.

Ist übrigens einer der Eltern Beamter, ist das Kind darüber beihilfeberechtigt, und damit außerordentlich günstig versicherbar (unter 40,- Euro). Ein nicht berufstätiger Ehegatte kann in dieser Zeit ebenfalls günstige Beihilfetarife haben. Daher ist die Familiengründung in dieser Konstellation erst recht kein Hindernis für die PKV.

Angestellte müssen über die aktuelle Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltsgrenze) kommen. Diese ändert sich fast jedes Jahr. Derzeit (2016) sind es brutto 56.250,- Euro jährlich, bzw. (bei 12 Monatsgehältern) 4.687,50 Euro monatlich.

Zustehendes Weihnachts- und Urlaubsgeld zählt mit.

Wichtig: Wenn es um einen Wechsel mehr Richtung Jahresende geht, muss der Angestellte zusätzlich auch über der erwarteten Pflichtgrenze für das kommende Jahr liegen.

Normalerweise wird immer zum 1.1. geschaut, ob die Pflichtgrenze überschritten wird. Man muss mindestens 1 Jahr darüber liegen, ehe man wechseln kann. Ausnahme ist ein Arbeitgeberwechsel mit einem deutlich höheren Gehalt, sodass man damit (auf ein Jahr fiktiv hochgerechnet) über der Pflichtgrenze liegt. In dem Fall ist ein Wechsel sofort möglich.