Grundsatzüberlegungen für Angestellte zur Privaten Krankenversicherung

Wenn Sie als Angestellter bzw. Angestellte in die private Krankenversicherungen können (sobald Sie mindestens 1 Jahr über der Einkommensgrenze des jeweiligen Jahres lagen, und es aktuell auch noch sind), sollten Sie sich überlegen, was Sie durch die Private Krankenversicherung (kurz: PKV) erreichen wollen.

Grundlegend haben Sie die Chance, besonders gute Leistungen zu haben, und dabei – oft deutlich –Beitrag zu sparen. Am Letzteren freut sich auch der Arbeitgeber mit. Ist zu erwarten, dass Sie eher auf lange Zeit oder sogar für immer in der PKV sein werden, sind Sie gut beraten, wenn Sie die Auswahl auf dauerhaft geeignete Versicherer bzw. Tarife einschränken. Neben der Betrachtung von Leistungen und Beiträgen ist dann auch wichtig, dass die Beitragsentwicklung niedrig ist.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Versicherer von Anfang an besonders günstig ist. Neue Tarife können sehr günstig sein, bleiben aber nicht unbedingt so günstig. Ein fachkundiger Berater weiß, bei welchen Versicherern dies eher zu erwarten ist, bzw. ob das überhaupt die richtige Lösung für Sie sein kann.

Wer vielleicht später ins Ausland zieht, braucht unter Umständen nur einen akzeptablen Versicherer für einige Jahre, nicht die Ideal-Lösung auf Lebenszeit. Nicht selten passt das auch bei jüngeren Frauen: Wenn man später ein Kind hat (oder mehrere), wäre die Mutter dann eher nur noch Teilzeit tätig. Dadurch wird meistens die Versicherungspflicht-Grenze unterschritten, und man kommt ohnehin in die gesetzliche Kasse zurück. Also würde dies auf die Auswahl eindeutig Einfluss haben. Hier steht dann zu Recht eher das beste Preis-/Leistungsverhältnis im Vordergrund.

Vielleicht streben Sie auch eine dauerhafte Lösung an, legen aber keinen Wert auf gravierend bessere Leistungen, als bei der gesetzlichen Kasse, Es gibt natürlich auch abgespeckte Tarife von soliden Versicherern, die dem Wunsch Rechnung tragen. Dann wird es wirklich erheblich günstiger, bzw. kann so auch ein Wechsel für ältere Personen noch lohnen.

Besonders bei jungem Eintrittsalter ist eine ordentlich Ersparnis auch mit einem hochwertigen Schutz und bei einem dauerhaft geeigneten Versicherer erreichbar.

Damit der Beitrag auch im Alter bezahlbar bleibt, werden in der PKV auch Altersrückstellungen gebildet. Im Beitrag wird dann einkalkuliert, dass man in späteren Jahren auch eher mehr Kosten verursacht. Diese Maßnahme gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) leider nicht.

Zahlreiche Versicherer bieten darüber hinaus Tarife an, mit denen man im Alter (meist ab 65) die Beiträge sogar senken kann. Wenn der Gesamtbeitrag nicht höher liegt, als der maximale Arbeitgeberzuschuß, trägt das der Arbeitgeber auch zur Hälfte mit. Das macht wiederum nur Sinn, wenn Sie den Versicherer auf Dauer wählen.

Erwägungen zum Arbeitgeberzuschuß in der PKV:

Der Arbeitgeber trägt den halben Beitrag, bis zum durchschnittlichen Höchstsatz der GKV. Darüber hinaus zahlt man dann den Beitragsanteil alleine. In diesem Zusammenhang ist die Zweckmäßigkeit der Selbstbeteiligung zu prüfen. Da die Selbstbeteiligung vom Arbeitgeber nicht getragen wird, muss die Beitragssenkung sich für den Arbeitnehmer schon allein rechnen. Sonst lohnt sie sich nicht. Wird z.B. der Beitrag durch 500,- Euro jährliche Selbstbeteiligung um 46,- Euro monatlich niedriger, spart man für sich selbst nur 23,- Euro ein, im Jahr also 276,- Euro. Dafür eine Selbstbeteiligung von 500,- Euro einzugehen, rechnet sich nicht. Höchstens in der Hoffnung, sie fällt nicht in voller Höhe an. Eine Selbstbeteiligung von ca. 300,- bis 360,- Euro rechnet sich meistens schon.

Hinweis zur Steuerersparnis: Der PKV-Beitrag ist steuerlich gut absetzbar. Das gilt nicht für die Selbstbeteiligung, da diese in die Kategorie „außerordentlicher Aufwand“ fällt, und erst jenseits einer gewissen Grenze nutzbar ist. Das ist ein Argument für eine kleinere, unter Umständen gar keine Selbstbeteiligung.

Mitzuversichernde Familienmitglieder (z.B. Kinder) werden beim Arbeitgeber-Zuschuss auch berücksichtigt, insgesamt bis zum maximalen Arbeitgeberzuschuß, von derzeit rund 320,- Euro. Ein Kind oder auch 2 müssen daher den Wechsel in die PKV nicht uninteressant machen. Wenn die Frau allerdings nicht oder nur geringfügig (derzeit bis 450,- Euro) berufstätig ist, wird es ziemlich teuer.

Hinweis zur Beitragsrückerstattung: Bleibt man leistungsfrei für mindestens 1 Kalenderjahr, bekommt man einen Teil der Beiträge zurück. Dabei wird auch der Anteil des Arbeitgebers berücksichtigt. Obwohl dieser den Beitrag zur

Krankenversicherung zur Hälfte zahlt, erhält nur der Arbeitnehmer die Beitragsrückerstattung. So macht diese gewissermaßen das Doppelte vom eigenen Beitragsanteil aus. Sie ist aber nicht garantiert, und kann sich von Jahr zu Jahr ändern.

Sonderfall: Manche Versicherer bieten einige wenige Tarife mit einer garantierten Beitragsrückerstattung an. Sie ist nicht vom Erfolg des Versicherers abhängig (wie viel Überschüsse er erzielt hat), sondern ist unabhängig davon garantiert. Indirekt wird sie durch einen höheren Beitrag finanziert.

Zusammenfassend:

Die Auswirkung von Selbstbeteiligung und ein Stückweit die Beitragsrückerstattung sind im Vergleich zur Beitragshöhe sinnvoll zu bedenken, und zwar ausschließlich aus Sicht des Arbeitnehmers.

Die persönlichen Vorlieben im Versicherungsschutz sollten einbezogen werden, und die Einschätzung, wie lange man den Schutz brauchen wird.

Ein kompetenter, in Sachen PKV erfahrener Berater gibt Ihnen die nötige Unterstützung, um die für Sie relativ richtigste Entscheidung zu fällen. Umgestaltungen beim selben Versicherer können dann später immer noch erfolgen. Man sollte aber den Versicherer nicht mehrfach wechseln, weil dies durch das höhere Alter und eventuell nachteilige Gesundheitsverhältnisse nicht sinnvoll ist.